Reiseführer Haiti

Leider hat es erst ein fürchterliches Erdbeben gebraucht, um Haiti in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu bringen. Trotzdem wollen wir dieses Blog mit einem Reiseführer über Haiti und die angrenzende Dominikanische Republik beginnen.

Bis zu der fatalen Naturkatastrophe war Haiti – dieses ärmste Land der westlichen Hemisphäre – schlicht in Vergessenheit geraten, oder wurde mit dem Traumreiseziel Tahiti verwechselt. Kaum vorstellbar, dass sich auf der selben Insel, auf der Haiti liegt, eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen liegt: Die Dominikanische Republik. Hier verbringen Tausende von Touristen alljährlich ihren Sommerurlaub in All-Inclusive-Hotels und genießen die schönsten Wochen des Jahres. Vermutlich wusste kaum einer dieser Pauschaltouristen, welch erbärmliche Zustand nur wenige Kilometer entfernt auf dem selben Eiland herrschen. Aus diesem Grund bleibt beim Lesen des Klappentextes dieses Reiseführers über Haiti und die Dominikanische Republik, welcher jedoch auch einen ausführlichen Teil über Haiti enthält, ein fahler Beigeschmack im Mund zurück:

„Rauschende Wasserfälle, Kolibris, Flamingos, Krokodile – ­die Dominikanische Republik bietet mehr als zuckerweiße Sandstrände und türkisgrüne See. Prä- kolumbianische Kultsteine, Piratenbuchten und über 300 zum Weltkulturgut erklärte Bauwerke zeugen von einer reichen (prä-)kolonialen Vergangenheit. Nah Dran Dominikanische Republik vermittelt das ‚Easy Going‘ im Alltag der Insulaner/innen. Es macht Spaß, sich unter die Leute zu mischen und mit ihnen Merengue zu tanzen. Der Band ist prall gefüllt mit Hinweisen zu Travellertreffs, den heißesten In-Diskotheken und Unterkünften aller Preisklassen. Nah Dran: Dominikanische Republik führt kreuz und quer über die Insel, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf alten Taíno-Pfaden, hinein in die Naturparks und bis auf den höchsten Berg in der Karibik (Pico Duarte, 3175 Meter). Der ausführliche Haiti-Teil lädt zur Erkundung des weitgehend unbekannten Nachbarlandes ein, das noch voller Überraschungen steckt.“

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Zustände in Haiti nach dem Erdbeben bessern werden – auch wenn das unbeschreibliche Leid der Menschen, die Trauer über den Verlust von Tausenden von Menschen und der zerstörten Häuser, niemals geheilt werden kann.